Bild: Schriftzug St. Johannes der Täufer
Bild: Logo von St. Johannes der Täufer

Losungen

Samstag, den 04.09.2010
Sacharja 3,4
Sieh her, ich nehme deine Sünde von dir und lasse dir Feierkleider anziehen.
Lukas 12,27-28
Seht die Lilien an, wie sie wachsen: sie spinnen nicht, sie weben nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Wenn nun Gott das Gras, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!
Geschichte PDF Drucken

Katholische Pfarrkirche St. Johannes Brendlorenzen 

Bild: Foto von St. Johannes der Täufer

Die Pfarrkirche

Geschichtlicher Rückblick

Nach der Überlieferung wird die Pfarrkirche in Brendlorenzen neben der Rundkirche auf der Festung Marienberg, als die älteste Kirche des Bistums Würzburg bezeichnet. Sie wurde im Jahr 706 durch den HI. Willibrod dem St. Martin geweiht. Im Jahr 742 wird erstmals ein Gotteshaus in Brend urkundlich erwähnt, das dem neu gegründeten Bistum Würzburg zugeordnet wird.

Allem Anschein nach war die Kirche in Brend von Anfang an Stützpunkt für die Christianisierung des ehemaligen Westergaues. Zweifellos steht die Erbauung der Kirche im engen Zusammenhang mit der Errichtung des Königshof Karls d. Gr. in Salz. Sie war damit zentrale Königskirche im Salzgau mit einem sog. geschlossenen Königspegel. Das bedeutet sie war Taufkirche für den gesamten zugehörigen Bereich. Vermutlich war das der Grund für die Ablösung des HI. Martin als Kirchenpatron durch den HI. Johannes den Täufer. Im späten Mittelalter umfasst die Pfarrei Brend insgesamt 16 Gemeinden, die ebenso viele Filialen besaßen. Im Bereich erstreckt sich von Mittelstreu im Norden bis Aschach im Süden und von Rödelmaier im Osten bis Geroda im Westen.


 

 

Meßaltar und Hochalter: 

 

Bild: Meß- und Hochaltar

Den Mittelpunkt des Kirchenraums bildet der Messaltar. Hier ist der blanke Stein sichtbar. Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass Christus der geistige Fels ist aus dem die Ströme des Lebens quellen. Einen glanzvollen Hintergrund für den Meßaltar bietet der barocke Hochaltar aus dem 17. Jahrhundert. Das Altarbild zeigt die Himmelfahrt Mariens. Maria schwebt über die Apostel hinweg gen Himmel, während von oben die Heiligste Dreifaltigkeit huldvoll herab blick.

Die überlebensgroße Figur rechts außen stellt Papst Urban I dar (gest. 230). Er ist der Patron der Winzer und hat seinen Platz am Hochaltar wohl dem Umstand verdanken, dass im Mittelaltar an den umliegenden Hängen Wein angebaut wurde.

Die zweite Figur von rechts stellt Bernhard von Clairvaux, das religiöse Genie seiner Zeit (gest. 1153) dar. Er war Ritter, Mönch, Mystiker, Politiker, Volksprediger und Ratgeber von Päpsten, Königen, Fürsten und Bischöfen.

Links innen ist der Kirchpatron Johannes der Täufer zu finden. Mit ausgestrecktem Arm weist er auf den eucharistischen Christus im Tabernakel hin. Links außen schließlich folgt Johannes Nepomuk (gest. 1393). Er gilt als Märtyrer des Beichtgeheimnisses. König Wenzel I ließ ihn in Prag von der Karlsbrücke in die Moldau stürzen, weil er seinem Gelübde treu blieb. Er wurde daher zum Brückenheiligen und Patron in Wassernot. Vermutlich wurde er besonders verehrt um die Frühjahrshochwasser der Brend abzuhalten.


 

Die barocken Nebenaltäre

Bild: Rosenkranzaltar mit BarockBild: Kiliansaltar, Martyrium der hl. FrankenapostelDer Altar im rechten Arm des Querhauses ist den Pestheiligen Sebastian, Rochus und Aquilin gwidmet.. Das Altarbild zeigt den Martyrer Sebastian (gest. 290), dem ein Engel die Geschoße aus den Wunden zieht. Die Pfeile sind hiebei ein Sinnbild für die Pest. Links steht der hl. Rochus (gest 1327), der die Pest am eigenen Leib verspürt hat, wie die Pestbeule am Knie zeigt. Ihm gegenüber befindet sich der hl Aquilin mit dem Dolch im Hals und dem Meßkelch in den Händen. Er wurde um 970 in Würzburg geboren und auf einer Wallfahrt nach Mailand im Jahr1015 von fanatischen Irrlehrer ermordet. Die Überlieferung rühmt seine aufopfernde Tätigkeit im Dienst für die Pestkranken. Die drei Heiligen wurden im Mittelalter hoch verehrt, da es keinerlei Mittel gegen die furchtbare Krankheit gab und man sein ganzes Vertrauen in die Fürbitte dieser Märtyrer setzte. Auch in Brend ging wiederholt der "schwarze Tod" um. Laut Pfarrmatrikel fielen in den Jahren zwischen 1630 und 1640 407 Menschen der heimtükischen Pest zum Opfer.
Im linken Seitenschiff steht der Altar der 14 Nothelfer. Die Stelle des Altarbildes nimmt eine prächtige Barockmadonna ein. Als "himmlische Frau Königin" und "Herzogin von Franken" trägt sie Krone und Zepter. Auf Ihrem Arm thront das göttliche Kind als König der Welt, der Mond liegt zu ihren Füßen. Um Mutter und Kind scharen sich die 14 Heiligen deren Verehrung im 14. Jh. aufblühte. Sieben Nothelfer sind auf einem Bild vereint, die anderen stehen als Figuren auf den Altargesimsen.

Der Altar auf der Kanzelseite zeigt ein Gemälde des hl. Konrad von Parzam, der zur Gnadenmutter von Altötting aufblickt.
Der Altar auf der anderen Seite ist den Frankenaposteln Kilian, Kolonat und Totnan geweiht und zeigt deren Martyrium. Ihre Verehrung geht in Brend vielleicht bis auf das Jahr 752 zurück. Als Beweis für eine uralte Verbundenheit mit dem hl. Kilian darf die Tatsache gelten, daß die Kirche eine Reliquie des Martyrers besitzt.

 

 

 

Die alte Sakristei mit spätgotischen Fresken
 

Bild: Christus in der Vorhölle Bild: Auferstehung Christi Bild: Martyrium des Johannes Bild: Pfingsten, Heilig-Geist-Taube


 

 

 

 

 

 

 

Über der gotischen Tür der Sakristei ist das Wappenschild der Herren von Brende angebracht. Die Vermutung liegt daher nahe, daß ein Mitglied dieser Familie die Kabelle gestiftet hat.Ursprünglich diente die alte Sakristei offenbar als Nebenkapelle und war dem hl. Johannes dem Täufer geweiht. Wände und Gewölbe sind mit Fresken verziert, die wahrscheinlich in die Jahre der Erbauung zurückreichen. Die Bilder stellen ein gemaltes Evangelium dar, für Menschen die des Lesens nicht mächtig waren. Sie konnten hier an den Wänden "absehn" was Jesus zum Heil der Welt getan und gelitten hat, wie er auferstand und verherrlicht wurde.

 

Hier einige der Bildinhalte:

 Das Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen.
Die Auferweckung der Tochter des Jairus.
Die Versuchung Jesu
Die Heilung eines Gelähmten

Diese vier Bilder sprechen vom Wasser des Lebens und deuten darauf hin, daß der Raum als Taufkaplelle diente.
Die Bilderreihe setzt sich fort in der Illustration der Leidensgeschichte:

Der Einzug in Jerusalem
Das Abendmahl
Die Todesangst Jesu am Ölberg
Der Verrat des Judas
Die Verurteilung durch Pilatus
Die Geiselung
Die Dornenkrönung
Jesus auf dem Kreuzweg
Jesus an der Richtstätte
Der Gekreuzigte mit Maria und Johannes
Die Kreuzabnahme
Die Grablegung
Jesus hinabgestiegen in das Reich des Todes

Schließlich zeigen die Bilder die Verherrlichung Jesu

Die Begegnung des Auferstandenen mit Maria von Magdala
Die Himmelfahrt Jesu
Die Aussendung des Heiligen Geistes
Christus in der himmlischen Herrlichkeit

Als Titelbild der Kapelle darf die Darstelung des Martyriums Johannes des Täufers gelten. Hier scheint ein anderer Künstler am Werk gewesen zu sein, der die Szene mit einer gewissen Eleganz ausstattete.Am auffälligsten unterschiedet sie sich durch die höfische Gewandung gemäß der damaligen Mode von den restlichen Szenen.

Der Blick zum Gewölbe läßt eine Vision aus der Offenbarung des Johannes erleben. Im Mittelpunkt steht das Lamm Gottes mit Kelch und Fahne, Sinnbild Christi, der durch sein Opfer am Kreuz Sünde und Tod besiegt hat und nun im Himmel triumphiert. Das Lamm ist umgeben von den vier lebenden Wesen, den Sinnbildern der Evangelisten Matthäus, Marcus, Likas und Johannes.

Die Kapelle bietet das für Unterfranken wohl einzigartige Beispiel eines sakralen Raums, in dem sich die mittelalterliche Ausmalung in vollem Umfang und harmaonischer Geschlossenheit erhalten hat. Ähnliche Beispiele sind vor allem aus den Alpenländern, besonders aus Südtirol, bekannt. Die Fresken beweisen, daß diese Art Ausmalung nicht auf den Süden beschränkt, sondern allgemein verbreitet war.

Diese Seite bildet nur einen Auszug aus dem im Gotteshaus ausliegenden Kirchenführer. Nähere Informationen sind in unserer Pfarrei erhältlich.


 Laurentiuskapelle Brendlorenzen

Das Kirchlein zum Hl. Laurentius, nach dem der Ortsteil Lorenzen benannt ist, wurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts im Übergangsstil von der Romanik zur Gotik erbaut. Bei der Restaurierung 1972/74 wurde durch Grabungen festgestellt, dass das Kirchlein bereits zwei Vorgänger hatte; im 12. Jahrhundert eine Kapelle mit Chorapsis, im 10. Jahrhundert eine Viereckskapelle mit eingezogenem Turm.

1336 wird es als ,,die obere Kirche in Brend" genannt,
1449 wird erstmals erwähnt, dass es dem Hl. Laurentius geweiht ist.

Die Mauer, die sich rings um die Kapelle zieht, und der trutzige Turm weisen darauf hin, dass sie als Wehrkirche diente. Zu dieser Bestimmung entsprechen auch die klei-nen romanischen Fenster, die in der Nord- und Ostwand noch erhalten sind. Die anderen Fenster wurden in der Barockzeit erweitert. Ursprünglich war offenbar eine gewölbte Decke geplant. Das beweisen die beiden halbrunden Säulen in der Mitte der Längswände mit ihren frühgotischen fa-cettierten Kapitälen, die leider sehr beschädigt sind. Der wuchtige Quadratische Turm, dessen Untergeschoß den Chorraum bildet, ist mit einem Zeltdach gedeckt. Die Schallö£fnungen wurden offenbar nachträglich stichbogig verändert. Den Haupteingang an der Giebelseite der Ka-pelle bildet ein schönes romanisches Portal.

Der Altar stammt aus der Zeit um 1680. Zwischen zwei gedrehten weinlaubumwundenen Säulen steht eine überlebensgroße Figur des Hl. Laurentius im Gewand des Diakons. Als besonderes Kennzeichen hält er den rechteckigen Rost, da er in der römischen Chistenverfolgung den Feuertod auf glühendem Rost sterben musste. Auf dem Antependium (Vorderseite des Altartisches) ist diese Marterszene in bewegter Barockmalerei wiedergegeben. Die seitlichen Durchgänge mit Putten und Muschelwerk gehören dem Rokoko an (um 1750). Die Madonna im Strahlenkranz auf der rechten Seite des Chorbogens stammt aus derselben Zeit. Auf der linken Seite steht ein schlanker gotischer Taufstein, der dem Ende des 15. Jahrhunderts zugehört. Die Empore ist auf dieser Seite bis zum Chor vorgezogen. An der Holzdecke über dem Taufstein kamen bei der Restaurierung 1972/74 spätgotische Malereien zum Vorschein. Neben Rosenornamenten sind die Symbole der vier Evangelisten zu erkennen: Engel, Löwe, Stier, Adler.

Die altehrwürdige Laurentius-Kapelle ist Filialkirche der Pfarrkirche in Brend; monatlich zweimal wird in ihren Mauern Gottesdienst gehalten.

 

 

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 11. Juli 2010 um 11:03 Uhr